Die Entscheidungsvorlage ist das Premium-Produkt der drei Rechercheleistungen. Sie verdichtet eine komplexe Fragestellung in eine prüffähige
Entscheidungsgrundlage: klar definierte Optionen, transparente Bewertungslogik, dokumentierte Annahmen und Grenzen sowie ein konkreter Umsetzungsfahrplan.
Die Entscheidung bleibt beim Auftraggeber; die Vorlage liefert die strukturierte Grundlage dafür.
Wann ist eine Entscheidungsvorlage sinnvoll?
- Mehrere Handlungsoptionen stehen im Raum und müssen nachvollziehbar verglichen werden.
- Die Entscheidung hat hohe Tragweite (Budget, Risiko, Zeit, strategische Wirkung).
- Stakeholder müssen auf eine gemeinsame, prüffähige Entscheidungsgrundlage gebracht werden.
- Sie wollen einen konkreten Pfad zur Umsetzung statt einer reinen Informationssammlung.
Abgrenzung zu Profil-Radar und Profil-Recherche
- Profil-Radar (Abo): laufendes Monitoring/Updates im definierten Scope, kein Entscheidungsdokument.
- Profil-Recherche (beauftragt): strukturierte Ausarbeitung mit Quellenbasis und Kontext; liefert die Fakten- und Befundbasis.
- Entscheidungsvorlage: darüberliegende Managementstruktur (Optionen, Kriterien, Szenarien, Empfehlung, Fahrplan).
Pakete
Paket S: Entscheidungs-Check (Einstieg)
Ziel: Schnelle, klar begrenzte Entscheidungsorientierung für eine überschaubare Fragestellung.
Geeignet für: frühe Phase, wenn 1–2 Optionen gegenübergestellt werden sollen.
Deliverables (verbindlich):
- Kurzvorlage (3–6 Seiten) als PDF
- Executive Summary (Entscheidungsfrage, Zielbild, Empfehlung in Kurzform)
- Optionenvergleich: maximal 2 Optionen (optional plus „Nichtstun“)
- Kriterienkatalog (kompakt) + qualitative Bewertung mit Begründung
- Annahmen und Grenzen (kurz, explizit)
- Nächste Schritte (30-Tage-Skizze)
Leistungsgrenzen (Scope-Schutz):
- Maximal 2 Optionen (optional plus „Nichtstun“)
- Keine Szenarien-/Sensitivitätsanalyse im Vollumfang (nur Hinweise, falls relevant)
- Maximal 1 Abstimmungstermin und 1 kurze Review-Schleife
- Keine Fachplanung/Gutachten/Antragstexte; keine Rechts-/Steuerberatung
Paket M: Entscheidungsvorlage (strukturiert)
Ziel: Prüffähige Entscheidungsgrundlage mit Optionenmatrix, Kriterien, Szenarien/Sensitivitäten und 30/60/90-Fahrplan.
Geeignet für: Entscheidungen mit mehreren Optionen und klarer Umsetzungsrelevanz.
Deliverables (verbindlich):
- Dokument als PDF plus editierbares Format (DOCX oder gleichwertig)
- Executive Summary (Kernaussage, Empfehlung, No-Go-Kriterien, nächste Schritte)
- Optionenmatrix: bis max. 4 Optionen (optional plus „Nichtstun“)
- Kriterienkatalog + Bewertungslogik (Standard: qualitativ; Begründung je Kriterium/Option)
- Szenarien: Best/Base/Worst (oder gleichwertig) + Sensitivitäten (Kipppunkte)
- Risikobild (orientierend): Hauptrisiken, Abhängigkeiten, kritische Voraussetzungen
- Annahmen und Grenzen (explizit)
- 30/60/90-Tage-Fahrplan (Maßnahmen, Rollen, Meilensteine, Entscheidungspunkte)
- 1 Review-Schleife (inhaltlich)
Leistungsgrenzen (Scope-Schutz):
- Optionenzahl und Kriterienumfang werden im Kickoff festgelegt; Erweiterungen nur per Change Request
- Standard: 1 Review-Schleife; zusätzliche Reviews nur nach Vereinbarung
Paket L: Entscheidungsvorlage (mit Umsetzungsüberleitung)
Ziel: Wie Paket M, zusätzlich mit belastbarer Überleitung in Projektstart und Umsetzungsorganisation.
Geeignet für: Entscheidungen mit hoher Tragweite, mehreren Stakeholdern und Umsetzungsdruck.
Deliverables (zusätzlich zu Paket M):
- Umsetzungsüberleitung: Startpaket (Kickoff-Agenda, Rollen-/RACI-Entwurf light, Meilenstein-/Entscheidungspunkte-Set)
- Optional: komprimierte Präsentationsfassung (nur wenn vereinbart)
- Optional: 2. Review-Schleife (nur wenn vereinbart)
Preisrahmen
Paket S – Entscheidungs-Check (Einstieg): 990–1.490 € netto (zzgl. USt.).
Paket M/L – Entscheidungsvorlage (typisch): 2.900–5.900 € netto (zzgl. USt.).
Der konkrete Preis wird als Festpreis angeboten, sobald Scope, Optionenzahl und Review-Schleifen im Kickoff feststehen.
Bei erweitertem Umfang oder Express-Termin gilt eine separate Festpreisvereinbarung.
Wovon der Preis konkret abhängt
- Anzahl Optionen (Paket M: maximal 4 plus optional „Nichtstun“)
- Kriterienumfang und Bewertungslogik (qualitativ vs. Score/Gewichtung)
- Datenlage (Vollständigkeit und Qualität der bereitgestellten Unterlagen)
- Szenarien-/Sensitivitätsumfang und Risikobetrachtung
- Abstimmungsumfang (Reviews/Termine) und Dringlichkeit (Standard vs. Express)
- Zusatzartefakte (z. B. Präsentationsfassung), sofern vereinbart
Upgrade-Regel (empfohlen): Wenn Sie im Anschluss Paket M oder L beauftragen, wird 50 % des Entscheidungs-Checks angerechnet.
Ablauf
- Kickoff / Auftragsklärung: Entscheidungsfrage, Zielbild, Scope, Optionenzahl, Kriterien, Lieferformat, Review-Regeln, Dringlichkeit.
- Options- und Kriterienfestlegung: Definition der Optionen und des Kriterienkatalogs (inkl. Bewertungsformat).
- Ausarbeitung: Optionenmatrix, Bewertung, Szenarien/Sensitivitäten, Annahmen/Grenzen, 30/60/90-Fahrplan.
- Entwurf: Lieferung der Entwurfsfassung (v0.1) zur inhaltlichen Prüfung.
- Review: Einarbeitung der vereinbarten Korrekturen gemäß Review-Regel.
- Finalisierung: Abgabe der finalen Version (v1.0) als Entscheidungsunterlage.
Mitwirkungspflichten des Auftraggebers
Damit die Entscheidungsvorlage effizient und prüffähig erstellt werden kann, stellt der Auftraggeber mindestens bereit:
- Entscheidungsfrage und Zielbild (2–5 Sätze)
- Restriktionen: Zeitachse, Budgetrange (falls vorhanden), Ressourcen/Constraints
- Vorhandene Unterlagen/Daten (z. B. Angebote, Eckwerte, Prozessbeschreibung)
- Stakeholder/Entscheiderkreis (Rollen) und gewünschter Entscheidungszeitpunkt
- Bekannte Optionen (falls vorhanden) oder Zustimmung zur gemeinsamen Optionsdefinition
Fehlende oder verspätete Mitwirkung wird als Annahme/Limitierung dokumentiert und kann Termin und Ergebnisqualität beeinflussen.
Scope-Schutz und Change Requests
Folgende Änderungen gelten als Change Request und werden vor Umsetzung in Aufwand/Preis bewertet und nur nach Freigabe umgesetzt:
- Zusätzliche Optionen über die vereinbarte Maximalzahl hinaus
- Neue Kriterienblöcke oder wesentliche Änderung der Bewertungslogik
- Zusätzliche Szenarien/Sensitivitäten oder erweiterte Risiko-/Abhängigkeitsanalysen außerhalb des vereinbarten Umfangs
- Zusätzliche Review-Schleifen oder zusätzliche Termine
- Zusätzliche Artefakte (z. B. Präsentationsfassung), sofern nicht vereinbart
- Neue Datenräume/Unterlagen, die eine grundlegende Neubewertung erfordern
Lieferformate und Versionierung
- Standard: PDF
- Zusätzlich ab Paket M: editierbares Format (DOCX oder gleichwertig)
- Versionen: v0.1 (Entwurf), v1.0 (final) mindestens
- Dateibenennung: Projektname_Entscheidungsvorlage_vX.Y_YYYY-MM-DD
Abnahme- und Qualitätskriterien (Checkliste)
Die Leistung gilt als abnahmefähig, wenn folgende Punkte erfüllt sind:
- Entscheidungsfrage, Scope und Abgrenzung sind explizit dokumentiert.
- Executive Summary ist enthalten und konsistent zu Optionen und Bewertung.
- Optionenmatrix ist vollständig (Optionen, Voraussetzungen, Pro/Contra, Hauptrisiken).
- Kriterienkatalog und Bewertungsbegründungen je Kriterium/Option sind enthalten.
- Szenarien und Sensitivitäten sind dokumentiert (Paket M/L; bei Paket S nur Hinweischarakter).
- Annahmen und Grenzen sind explizit ausgewiesen.
- 30/60/90-Tage-Fahrplan liegt vor (Paket S als 30-Tage-Skizze, Paket M/L als 30/60/90).
- Review-Regel wurde eingehalten (Anzahl Reviews, Umfang).
- Formale Konsistenz: Version, Datum, saubere Begriffsverwendung, nachvollziehbare Gliederung.
Abgrenzung und Haftungsreduzierung
Die Entscheidungsvorlage ist eine Entscheidungsunterstützungsleistung. Sie ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Förderrechtsberatung,
keine verbindliche Auskunft von Behörden/Bewilligungsstellen und keine Fachplanung/Gutachten, soweit dies nicht explizit beauftragt wurde.
- Keine Rechtsberatung, keine steuerliche Beratung, keine Zusage über Bewilligungen oder Rechtskonformität.
- Bewertungen beruhen auf bereitgestellten Informationen und dokumentierten Annahmen; Unsicherheiten werden explizit ausgewiesen.
- Entscheidungen verbleiben beim Auftraggeber; die Vorlage liefert die strukturierte Grundlage dafür.
Anfrage
Für ein Festpreisangebot benötigen wir:
- Entscheidungsfrage und Zielbild
- Zeithorizont und Restriktionen (Budget, Ressourcen, Fristen)
- Stakeholder/Entscheiderkreis
- Bekannte Optionen (falls vorhanden)
- Verfügbare Unterlagen/Daten
- Gewünschtes Paket: S (Entscheidungs-Check), M (strukturiert) oder L (mit Umsetzungsüberleitung)
Beispiel: Optionenmatrix (ohne Marken/Anbieter)
Entscheidungsfrage (Beispiel):
Welchen Systemtyp nutzen wir künftig als zentralen Online-Wissensspeicher inklusive Rechteverwaltung, Diskussion/Kommentare und einfachem Projektmanagement?
Hinweis: Dieses Beispiel dient nur der Veranschaulichung. In einer echten Entscheidungsvorlage werden Scope, Annahmen/Grenzen
und (falls beauftragt) Stichtag und Quellenlage explizit dokumentiert.
| Option | Kurzbeschreibung | Voraussetzungen | Nutzen (Ergebnis) | Aufwand/Kostenbild | Hauptrisiken | Pro | Contra | No-Go-Kriterien | Abhängigkeiten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0: Status quo (kein System) | Dateien/Infos bleiben verteilt (E-Mail, lokale Ordner, Messenger), keine zentrale Struktur | Keine | Keine konsistente Wissensbasis, geringe Nachvollziehbarkeit | Kurzfristig geringer Aufwand; langfristig hoher Zeitverlust | Wissensverlust, Doppelarbeit, Sicherheitslücken, ineffiziente Abstimmung | Kein Einführungsaufwand | Hohe Opportunitätskosten, unprofessionelle Arbeitsweise | Wenn Vertraulichkeit, Teamarbeit oder Projektsteuerung relevant sind | Abhängig von Einzelpersonen und Zufall |
| 1: Cloud-Office-Suite (integriert) | Dokumente + Chat/Meetings + Aufgaben in einer integrierten Cloud-Umgebung | Lizenzierung, Rollen- und Rechtekonzept, Grundkonfiguration | „Alles an einem Ort“: Dokumente, Kommunikation, Aufgaben | Laufende Lizenzkosten + Einführungs-/Strukturierungsaufwand | Governance/Struktur wird unterschätzt; Kosten/Module können wachsen | Schnell startbar, hohe Nutzerakzeptanz | Gute Ergebnisse nur mit sauberer Struktur und Verantwortlichkeiten | Wenn Cloud-Nutzung organisatorisch nicht zulässig ist | Abhängigkeit vom Lizenz- und Plattformmodell |
| 2: Self-Hosting-Plattform (Dateien + Kollaboration) | Eigene Plattform (oder Hosting-Partner): Dateien, Freigaben, ggf. gemeinsames Bearbeiten | Betreiberverantwortung (Updates/Backups), IT-Partner oder Admin | Hohe Datenhoheit, flexible Rechte, gute Link-/Ordnerlogik | Hosting/Server + laufender Betrieb + Einmalsetup | Betreiberrisiko (Sicherheit/Updates), Performance, Verfügbarkeit | Hohe Kontrolle und Anpassbarkeit | Betrieb muss professionell organisiert sein | Wenn Betrieb/Updates nicht verbindlich geregelt sind | Abhängigkeit vom Hosting/IT-Partner |
| 3: Wiki + Ticket-/Aufgabensystem | Wissen strukturiert im Wiki, Aufgaben/Projekte über Tickets/Boards | Einführung, Rollen, konsequente Pflege, klare Informationsarchitektur | Sehr gute Nachvollziehbarkeit, klare Dokumentations- und Projektlogik | Lizenzen/Hosting + Einführungsaufwand; laufende Pflege notwendig | Überforderung kleiner Teams; „Tool wird nicht gepflegt“ | Professionell, skalierbar, auditierbar | Change-Management nötig; sonst versandet es | Wenn keine Verantwortlichkeit für Pflege/Struktur existiert | Abhängigkeit von Tooldisziplin und Prozessführung |
| 4: Projekt-/Engineering-Plattform (versioniert) | Versionierung, Wiki, Aufgaben, Änderungen nachvollziehbar (starker Audit-Trail) | Akzeptanz für strukturierte Workflows, klare Regeln, Onboarding | Maximale Nachvollziehbarkeit, klare Änderungshistorie | Einführung/Onboarding + Betrieb; Nutzen steigt mit Reifegrad | Akzeptanzproblem bei Nicht-Technikern; Overhead | Sehr sauber dokumentierbar, ideal für komplexe Projekte | Für reine Office-Nutzung oft „zu schwer“ | Wenn die Mehrheit das Tool nicht akzeptiert | Abhängigkeit von interner Toolkultur |
Wie liest man die Matrix?
- Voraussetzungen: Was muss zwingend vorhanden sein (z. B. Betrieb/Administration, Lizenzen, Rollen).
- Hauptrisiken: Typische Gründe, warum eine Option scheitert.
- No-Go-Kriterien: Klare Abbruchkriterien, bei denen die Option ausscheidet.
Beispielhafte Empfehlung (nur zur Veranschaulichung)
Empfehlung: Option 1 (Cloud-Office-Suite), wenn schnelle Einführung und hohe Nutzerakzeptanz priorisiert werden.
Option 2 (Self-Hosting), wenn Datenhoheit im Vordergrund steht und Betrieb/Updates verbindlich geregelt sind.
Option 3/4, wenn Nachvollziehbarkeit und Projektlogik zentral sind und das Team die notwendige Disziplin mitbringt.
